Jan Seghers: „Menschenfischer“ (2017)

Arno am 19. November 2017 um 09:29

Jan Seghers siebter Krimi um den Frankfurter Hauptkommissar Robert Marthaler spielt auch in Marseillan. Er hat eine Zeitlang hier gelebt und ziemlich genau die Umgebung beobachtet, viele Details stimmen (Marine Bar, La Cabane).

Marthaler wird von dem pensionierten Kollegen Rudi Ferres, der sich nach Marseillan zurückgezogen hat (»Frag einfach nach dem verrückten Deutschen, der am Canal lebt.«), gebeten, ihm bei den Ermittlungen in einem ungelösten Fall zu helfen. So entwickelt sich eine spannende Kriminalgeschichte um Kindermord, Menschenhandel und Prostitution.

Für Jan Seghers ist das Fahrrad ein wichtiges Recherchemittel und so ist er auf dem Weg nach Marseillan-Plage sicher am Grundstück des alten Kommunisten am Chemin du Boudas vorbeigekommen, der hier in einem alten Kombi oder auf seinem Boot Fidel lebt(e). Seghers hat Marthalers pensionierten Kollegen an diesen realen Ort versetzt.

(Das Foto ist vom Dezember 2008, da lag das Boot noch im Canal, jetzt befindet es sich aufgebockt auf dem Grundstück)

 
»Rechts neben der Koppel lag eine staubige Brache, umgeben von einer niedrigen Mauer. Dahinter ein aufgebocktes Motorboot, das den Namen Fidel trug, neben ihm ein alter Kleintransporter – ein ehemals weißer, jetzt bunt bemalter Fiat Ducato, dessen Windschutzscheibe von innen mit einem Sonnenschutz verkleidet war. Nicht weit davon, zwischen den Disteln, lag ein Motorroller, dem das Hinterrad fehlte, und etwas abseits stand eine Art fahrbarer Imbissstand, wie er auf Wochenmärkten eingesetzt wurde. Das alles wirkte verwahrlost und glich eher dem Lagerplatz eines Schrotthändlers als einem bewohnten Grundstück.
Vorsichtig schob Marthaler das mit Stacheldraht umwickelte Gatter auf, umrundete einen Stapel leerer Wein- und Pastisflaschen, die zu einer Pyramide aufgestapelt waren, und klopfte mit der Faust gegen die Fahrertür des Ducato.
«Ferres, was ist? Du wolltest mich abholen.»
Niemand antwortete. Auf dem Radweg hielt eine Familie an, um Fotos zu machen. Als Marthaler sich zu ihnen umdrehte, schauten sie weg.«

(Das Grundstück bei GoogleMaps)

 

Für viele Besucher Marseillans, die hier vorbeikommen, ist das Grundstück ein geheimnisvoller Ort. Hier lebt(e) ein alter Mann in seinem schrottreifen Kombi. Sein Boot ist nach Fidel Castro benannt, auf dem Grundstück finden sich andere Hinweise auf die Weltrevolution. Warum hat er nicht in Marseillan gelebt – vielleicht weil hier bei der letzten Wahl die Hälfte Le Pen gewählt hat?

Seghers ist bei seinen Recherchen in Marseillan, er hat hier eine Weile gelebt und geschrieben, sicher über diesen geheimnisvollen Herren gestolpert. Aber, wer ist er und was ist aus ihm geworden, denn die letzten zwei Jahre hab ich ihn nicht gesehen. Vielleicht weiß einer der Leser mehr?

Straßenfest in der rue Emile Zola

Arno am 22. Juli 2016 um 14:31

Örtliche Vereine, Geschäfte und Initiativen hatten in die rue Emile Zola zu einem Straßenfest geladen, um ihre Produkte und Aktivitäten vorzustellen.

Mit einem großen Stand war der Geschchtsverein von Marseillan vetreten und hat einen Teil seiner Fotocollection und seine Publikationen zur Geschichte von Marseillan vorgestellt. René Becker hat inzwischen fast 4000 historische Fotos zum Leben in der kleinen Stadt gesammelt.

 

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#ParisAttacks

Arno am 15. November 2015 um 10:46

Solidarität mit den Menschen in Paris

und Frankreich!


Passen wir auf, dass die Welt

nicht in die Hände von Barbaren fällt!


 

ParisAttacks

Fête de la Saint Louis

Arno am 22. August 2015 um 19:03

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Am 25. August findet im „Canal Royal“ seit der Eröffnung des Hafens im Jahr 1666 traditionellerweise ein Schifferstechen (Joute Nautique „Fête de la Saint Louis“) statt, bei dem zwei Parteien mit ihren Booten ein Kampfspiel veranstalten. Dabei geht es darum, mit Schild und Lanze bewaffnet von einer kleinen Schiffsplattform aus den Gegner auf seiner Schiffsplattform ins Wasser zu stoßen. Die Kämpfer werden von Musik auf der traditionellen Oboe des Languedoc (Autbòi) und der Trommel begleitet.

Die „Fête de la Saint Louis“ wird alljährlich Ende August zu Ehren Ludwigs XIV , des Gründers der Stadt, veranstaltet, in diesem Jahr schon zum 273igsten Mal.

Dieses Spektakel (Joute) dürfte vielen Besuchern des Südens ganz geläufig sein. Aber seit ein paar Jahren gibt es im Quartier Haut von Séte ein Spiel, das viele zuerst für abwegig halten werden, aber es scheint zu funktionieren, denn er werden sogar Weltmeisterschaften darin abgehalten: Boules carées. Gespielt wird wohl nach den Regeln des Petanque, aber die Wurfgeschosse, die man möglichst nahe am „Schweinchen“ plazieren soll, sind keine Kugeln, sondern Quadrate.

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Marseillan feiert

Arno am 18. August 2015 um 21:30

Mitte August ist immer das Stadtfest von Marseillan. Hier wird der Osterkorso nochmal gezeigt und verschiedene Musikgruppen machen mobil.

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Wenn der Korso vorbei ist, dann beginnt die Musik. Dieses Jahr vom Orchestre Champagne beigesteuert. Hier überzeugte vor allem der Gitarrist.

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Passa Païs

Arno am 13. August 2015 um 21:45

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Das ist kein Gruß von den Osterinseln, sondern heißt auf Okzitanisch „durch das Land“. Gemeint ist ein Radweg, auf dem man das Haute Languedoc erkunden kann, indem man eben durch das Land fährt.

 

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Passa Païs heißt der Radweg, der vor ein paar Jahren auf der alten stillgelegten Bahnstrecke von Bedarieux und Mazamet angelegt worden ist. Er führt durch eine wunderschöne Berglandschaft, ohne dass man zu Berg-und Tal-Fahrten gezwungen ist. Das Ist der große Vorteil, wenn man Bahntrassen zu Radwegen macht: Man hat kaum Steigungen und es gibt keine Autos, sodass man ganz locker nebeneinander fahren kann – wenn man will ganz gemütlich.

 

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Man erreicht den Radweg von Marseillan mit dem Auto in etwa einer Stunde (Bedarieux).

Christian grüßt „les Routiers“

Arno am 3. August 2015 um 15:55

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mit seinem eigenwillig verkitschten Haus an der Straße nach Hautrives. Viele, die, von der A7 kommend, zum „Maison ideal“ des Landbriefträgers Cheval fahren, kommen an dieser bunten Konstruktion vorbei. Anscheinend sind in dieser Gegend die Vorstellungen vom idealen Haus anders als anderswo in Frankreich.

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Christian Guillaud hat mit seinem „Maison arc-en-ciel“ in Lens-Lestang ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das den Autofahrer reizt, hier einen Stop einzulegen, den Fotoapparat zu zücken und ein bisschen zu verweilen.

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Im Netz kursieren einige Fotos dieses ungewöhnlichen Hauses:

und ein Video bei youtube:

  

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Der Traum des Landbriefträgers Ferdinand Cheval

Arno am 30. Juli 2015 um 15:08

Ferdinand Cheval
Eines Tages im April des Jahres 1789 hatte der Landbriefträger Cheval die Idee seines Lebens. In seinem Gemüsegarten baute er über 33 Jahre seinen idealen Palast. Über 10000 Tage und 93000 Stunden baute er an dem Haus, das das Werk nur eines Mannes sein sollte. Mit 76 Jahren vollendete er sein Werk um dann noch 8 Jahre an einem Grabmahl zu bauen. Mit 88 starb er und wurde auf dem Friedhof von Hauterives begraben (1924).
Der zu Stein gewordene Traum ist die Attraktion des Dörfchens Hauterives in der Drôme, fast der gesamte Ort scheint heute von der Hinterlassenschaft des mittlerweile berühmten Briefträgers zu leben. 

http://www.facteurcheval.com

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Wikipedia: Als Landbriefträger ohne handwerkliche Ausbildung verwirklichte er sich seinen großen Traum und baute in jahrzehntelanger Arbeit in Hauterives (Département Drôme) sein höchst eigenwilliges, unter anderem an orientalische Tempelarchitekturen erinnerndes „Palais idéal“ (1879–1912), das ihm eigentlich als Grabmal dienen sollte. Da er hierfür keine Genehmigung erhielt, errichtete er später im gleichen Stil ein kleineres Grabmal auf dem Friedhof von Hauterives (1914–1922).

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Die Bauten des „Facteur Cheval“ („Postboten Cheval“) galten zunächst als reine Skurrilität, speziell in Architektenkreisen, sie wurden aber von den Vertretern des Surrealismus, namentlich von André Breton, der Cheval ein Huldigungsgedicht widmete, sehr geschätzt. Später beriefen sich auch andere Außenseiter der Architektur wie Friedensreich Hundertwasser in seinem Verschimmelungsmanifest auf den Landbriefträger. Bis in die Mitte der 1960er Jahre wurden Initiativen, das Werk des Einzelgängers unter Denkmalschutz zu stellen, mehrfach abgelehnt. Dass es 1969 dennoch dazu kam, dürfte einer persönlichen Initiative des damaligen französischen Kulturministers André Malraux zu danken sein. Heute werden die Bauten des Landbriefträgers von jährlich über hunderttausend Menschen besucht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Cheval

Unser Marseillan ist schöner geworden.

Koennecke am 14. Juli 2015 um 17:47

Die Altstadt putzt sich ganz allmählich heraus. Es gibt immer weniger gammelige Häuser, der Blumenschmuck nimmt zu und das Bemühen um Verschönerung ist zu spüren. Die renovierte Straßendecke und die tägliche Kehrmaschine tragen sicher auch einiges bei.

Die folgenden Bilder sind fast willkürlich ausgewählt und geben  einen kleinen Eindruck.

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Kitsch as Kirche can !

Koennecke am 14. Juli 2015 um 17:21

Seit dem Winter 2014/15 wird „unsere“ Kirche abends angestrahlt. Wer das Faible der Franzosen für „son et lumière“ kennt, wundert sich deshalb auch nicht über das neue kitschige

Erscheinungsbild :

 

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